Karina Sarkissova: Die Balletttänzerin zwischen Wiener Staatsoper und Fernsehen
Karina Sarkissova gehört zu jenen Persönlichkeiten, die das klassische Ballett weit über die Grenzen einer Opernbühne hinaus bekannt gemacht haben. Von ihrer frühen Ausbildung in Moskau führte ihr Weg nach Österreich, an die Wiener Staatsoper und später zum Ungarischen Nationalballett in Budapest. Gleichzeitig wurde sie durch ihre Auftritte im österreichischen Fernsehen einem breiten Publikum bekannt. Als Tänzerin, Choreografin und Jurorin verbindet sie bis heute klassische Bühnenkunst mit moderner Unterhaltung.
Kurzbiografie von Karina Sarkissova
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Vollständiger Name | Karina Sarkissova |
| Geburtsdatum | 26. September 1983 |
| Geburtsort | Moskau, Russland |
| Beruf | Balletttänzerin, Choreografin, TV-Jurorin |
| Ausbildung | Bolschoi-Ballettakademie, Ballettakademie St. Pölten |
| Bekannt durch | Wiener Staatsoper, Ungarisches Nationalballett, „Dancing Stars“ |
| Österreichische Staatsbürgerschaft | Seit 2011 |
| Kinder | Zwei Söhne |
| Bedeutender Erfolg | Prix de Lausanne 1999 |
| Lebensmittelpunkt der Karriere | Österreich und Ungarn |
Frühe Jahre und Ausbildung in Moskau
Karina Sarkissova wurde am 26. September 1983 in Moskau geboren. Ihre Verbindung zum Tanz begann bereits im Kindesalter. Schon mit vier Jahren startete sie ihre Ballettausbildung und besuchte später renommierte Ausbildungsstätten in ihrer Heimatstadt.
Zu ihren Ausbildungsstationen gehörten unter anderem die Moskauer Staatliche Ballettschule und die Bolschoi-Ballettakademie. Dort erhielt sie eine intensive klassische Ausbildung, die später die Grundlage für ihre internationale Bühnenkarriere bildete. Auch die Ungarische Staatsoper führt ihre frühen Ausbildungsjahre und ihre Lehrer in ihrer offiziellen Künstlerbiografie an.
1995 kam eine entscheidende Veränderung in ihrem Leben. Nach dem Tod ihres Vaters zog ihre Familie nach Österreich. Sarkissova setzte ihre Ausbildung in St. Pölten fort und erhielt dort die Möglichkeit, ihre tänzerische Laufbahn weiterzuentwickeln.
Der Durchbruch beim Prix de Lausanne
Ein wichtiger Meilenstein folgte 1999. Sarkissova gewann beim renommierten Prix de Lausanne eine Auszeichnung und erhielt damit die Möglichkeit, ihre berufliche Zukunft im internationalen Ballett voranzutreiben. Der offizielle Prix de Lausanne führt sie für 1999 als Gewinnerin eines Stipendiums und nennt das Ballett der Wiener Staatsoper als von ihr gewählte Partnerinstitution.
Dieser Erfolg war für die junge Tänzerin besonders bedeutend. Nur kurze Zeit später wurde sie Teil des Balletts der Wiener Staatsoper. Damit begann eine der wichtigsten Etappen ihrer Karriere.
Bereits in jungen Jahren hatte sie sich gegen zahlreiche internationale Nachwuchstalente durchgesetzt. Neben dem Prix de Lausanne werden in ihrer Biografie weitere Wettbewerbserfolge aus den Jahren 1998 und 2000 genannt. Dazu zählen Preise bei Wettbewerben in Rieti, St. Pölten und Jalta.
Karriere an der Wiener Staatsoper
Die Wiener Staatsoper wurde zu einem zentralen Schauplatz ihrer Karriere. Sarkissova entwickelte sich von einer jungen Tänzerin zu einer etablierten Solistin und späteren Primaballerina.
Ihr Repertoire umfasste zahlreiche klassische Ballettwerke. Die offizielle Künstlerbiografie der Ungarischen Staatsoper nennt unter anderem Rollen in „Romeo und Julia“, „Der Nussknacker“ und „Don Quixote“. Gerade Rollen wie Kitri in „Don Quixote“ verlangen eine außergewöhnliche technische Präzision, körperliche Kontrolle und Bühnenpräsenz.
Von Jänner 2009 bis August 2011 war sie als Solotänzerin an der Wiener Staatsoper und der Wiener Volksoper aktiv. Ihre Verbindung zur Wiener Ballettszene blieb auch darüber hinaus ein wichtiger Teil ihrer öffentlichen Karriere.
Österreichische Staatsbürgerin und öffentliche Persönlichkeit
Im März 2011 erhielt Sarkissova die österreichische Staatsbürgerschaft. Damit wurde aus der in Moskau geborenen Tänzerin auch offiziell eine österreichische Staatsbürgerin. Österreichische Medien berichteten damals über die Einbürgerung aufgrund ihrer besonderen Leistungen.
Ihre Karriere war allerdings nicht ausschließlich von klassischen Bühnenauftritten geprägt. Schon während ihrer Zeit an der Wiener Staatsoper arbeitete sie auch als Choreografin und beteiligte sich an verschiedenen künstlerischen Projekten.
Zu ihren weiteren Tätigkeiten gehörten Auftritte bei Galas, Arbeiten als Model und Werbegesicht sowie Engagements im Fernsehen. Der ORF beschreibt sie als ehemalige Solotänzerin der Wiener Staatsoper und spätere Primaballerina in Budapest.
Der Wechsel nach Budapest
2012 kündigte Sarkissova ihren Rückzug von der Wiener Staatsoper an. Im Anschluss führte ihr beruflicher Weg nach Budapest. 2013 wurde sie Mitglied der Ungarischen Staatsoper und setzte dort ihre Arbeit als Tänzerin und später auch als Choreografin fort.
Der Wechsel bedeutete keinen Abschied vom klassischen Ballett. Vielmehr eröffnete er ihr neue Möglichkeiten innerhalb einer internationalen Tanzszene. In Budapest konnte sie weiterhin große klassische Rollen interpretieren und zugleich ihre Erfahrungen als Choreografin einbringen.
Die Ungarische Staatsoper führt zahlreiche ihrer Rollen und Projekte an und dokumentiert damit die Bedeutung ihrer Tätigkeit für das dortige Ensemble.
Karina Sarkissova bei „Dancing Stars“
Für ein österreichisches Publikum wurde die Balletttänzerin besonders durch die ORF-Tanzshow „Dancing Stars“ bekannt. Ihre professionelle Erfahrung machte sie zu einer gefragten Stimme in der Jury.
Bereits 2011 war sie als prominentes Jury-Mitglied bei „Dancing Stars“ zu sehen. Später gehörte sie über mehrere Staffeln hinweg zur Fachjury. Der ORF führt sie als bekannte Jurorin der Sendungen „Dancing Stars“ und „Die große Chance“.
Ihre Bewertungen waren dabei häufig direkt und fachlich geprägt. Als ausgebildete klassische Tänzerin konnte sie Bewegungsqualität, Technik, Ausdruck und Bühnenpräsenz aus einer besonderen Perspektive beurteilen.
2020 musste sie während einer laufenden Staffel aufgrund einer Corona-Infektion pausieren und wurde zeitweise von Maria Santner vertreten.
2023 vom Jurytisch aufs Tanzparkett
Eine interessante Wendung nahm ihre „Dancing Stars“-Geschichte im Jahr 2023. Nach mehreren Jahren als Jurorin trat Sarkissova selbst als Kandidatin auf.
Gemeinsam mit Profitänzer Dimitar Stefanin trainierte sie für die 15. Staffel. Der ORF berichtete über die intensiven Vorbereitungen und darüber, dass sie nach einer früheren Beinverletzung noch nicht vollständig belastbar war.
Nach ihrem ersten Auftritt musste sie ihre Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Die Entscheidung fiel nach dem Quickstep in der ersten Sendung. Für Sarkissova war dieser Seitenwechsel dennoch bemerkenswert: Aus der Expertin am Jurypult wurde für kurze Zeit selbst eine Kandidatin auf dem Parkett.
Choreografin und vielseitige Künstlerin
Neben dem klassischen Ballett hat Sarkissova auch als Choreografin gearbeitet. Bereits während ihrer Wiener Zeit entstanden Choreografien und Projekte außerhalb des traditionellen Repertoires.
Auch Film und Fernsehen gehören zu ihrer Laufbahn. Im Kinofilm „Kottan ermittelt – Rien ne va plus“ hatte sie einen Auftritt. Darüber hinaus war sie an verschiedenen Tanz- und Showprojekten beteiligt. Der ORF nennt außerdem Tätigkeiten als Moderatorin, Model und Werbetestimonial.
Damit hat sie sich eine Karriere aufgebaut, die nicht allein auf den klassischen Bühnenbetrieb beschränkt ist.
Privatleben, Ehe und Kinder
Auch das Privatleben von Karina Sarkissova wurde in österreichischen Medien immer wieder thematisiert. Sie war mit Wolfgang Rudroff verheiratet. Aus dieser Ehe stammt ihr erster Sohn Gabriel, der 2002 geboren wurde. Die Ehe wurde 2011 geschieden.
2013 wurde ihr zweiter Sohn Lev geboren. Angaben über den Vater des Kindes sorgten damals für mediale Aufmerksamkeit. Bei privaten Details ist es sinnvoll, zwischen öffentlich bestätigten Angaben und teilweise boulevardesken Darstellungen zu unterscheiden.
Heute steht bei der öffentlichen Wahrnehmung vor allem ihre berufliche Entwicklung im Mittelpunkt: Ballett, Choreografie, Fernsehen und verschiedene kulturelle Projekte.
Vermächtnis und Bedeutung für Österreich
Die Karriere von Karina Sarkissova zeigt, wie sich eine klassische Ballettausbildung zu einer vielseitigen künstlerischen Laufbahn entwickeln kann. Von Moskau führte ihr Weg über St. Pölten an die Wiener Staatsoper und später nach Budapest.
Ihr Erfolg beim Prix de Lausanne, ihre Jahre als Solotänzerin und ihre Arbeit beim Ungarischen Nationalballett gehören zu den wichtigsten Stationen ihrer Karriere. Gleichzeitig hat sie mit „Dancing Stars“ ein Publikum erreicht, das mit der klassischen Opern- und Ballettwelt sonst möglicherweise weniger Berührungspunkte hat.
Karina Sarkissova steht damit für eine Generation von Künstlerinnen, die klassische Tanzkunst mit Fernsehen, Choreografie und öffentlicher Präsenz verbinden. Für Österreich bleibt sie vor allem durch ihre langjährige Verbindung zur Wiener Ballettszene und ihre Rolle im ORF-Fernsehen eine bekannte Persönlichkeit.
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