Faris Endris Rahoma: Schauspieler, Drehbuchautor und vielseitiger Medienmacher
Faris Endris Rahoma gehört zu jener Generation österreichischer Filmschaffender, die Schauspiel, Drehbuch, Journalismus und Fernsehen miteinander verbinden. Der in der Steiermark geborene Künstler mit ägyptischen Wurzeln machte bereits als Kind erste Erfahrungen auf der Bühne und entwickelte später eine vielseitige Karriere in Film, Theater und Fernsehen. Besonders bekannt wurde er durch den preisgekrönten Kinofilm „Die Migrantigen“, bei dem er nicht nur eine Hauptrolle übernahm, sondern auch als Drehbuchautor beteiligt war.
Kurzbiografie
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Name | Faris Endris Rahoma |
| Geboren | 10. Juli 1975 |
| Geburtsort | Steiermark, Österreich |
| Nationalität | Österreichisch |
| Herkunft | Ägyptische Wurzeln |
| Berufe | Schauspieler, Drehbuchautor, Journalist, Moderator |
| Ausbildung | Prayner Konservatorium Wien |
| Diplom | 1995 |
| Bekannt für | „Die Migrantigen“, „Das Schicksal“, „Schrille Nacht“, „Vorstadtweiber“ |
| Romy | 2018, Bestes Buch Kinofilm |
| Weitere Auszeichnung | Robert-Hochner-Preis 2024 |
Kindheit und frühe Jahre in Wien
Faris Endris Rahoma wurde am 10. Juli 1975 in der Steiermark geboren. Seine Mutter stammt aus der Steiermark, sein Vater aus Ägypten. Der Vater war 1973 nach Weiz gekommen. Ein Jahr nach der Geburt des Sohnes zog die Familie nach Wien, wo Rahoma später in Hernals und Ottakring aufwuchs.
Sein Interesse an der Schauspielerei zeigte sich bereits früh. Zwischen 1985 und 1989 war er in Kinderrollen an der Volksoper Wien zu sehen. Anschließend sammelte er weitere Bühnenerfahrungen, unter anderem beim Kindertheater Firlefanz und am Vienna’s English Theatre.
Mit 16 Jahren entschied er sich für einen ungewöhnlichen Ausbildungsweg und verließ das Gymnasium. Stattdessen begann er am Prayner Konservatorium in Wien ein Schauspielstudium. 1995 schloss er seine Ausbildung mit Diplom ab. Der Bühnenverlag Weitendorf führt an, dass er die Schauspielausbildung mit Auszeichnung absolvierte.
Der Weg zum Film
Noch vor seiner professionellen Ausbildung war Rahoma bereits vor der Kamera tätig. Sein Filmdebüt gab er 1985 in „Steig aus deinem Luftballon“, wo er eine Hauptrolle übernahm. Damit begann eine Laufbahn, die später österreichische, europäische und internationale Produktionen umfassen sollte.
Eine wichtige internationale Erfahrung folgte mit dem ägyptischen Regisseur Youssef Chahine. Während eines Aufenthalts in Ägypten lernte Rahoma den Filmemacher kennen und wurde für dessen Film „Das Schicksal“ besetzt. Der Film wurde 1997 bei den Filmfestspielen von Cannes in den Wettbewerb um die Goldene Palme eingeladen.
Auch in späteren Jahren blieb die Verbindung zu internationalen Produktionen bestehen. Zu seinen Arbeiten zählen unter anderem „Nacktschnecken“, „Auf bösem Boden“ und „Zweisitzrakete“. Der Bühnenverlag nennt außerdem seine Mitwirkung an internationalen Film- und Theaterproduktionen.
„Die Migrantigen“ als großer Durchbruch
Eine der wichtigsten Stationen in der Karriere von Faris Endris Rahoma ist zweifellos „Die Migrantigen“ aus dem Jahr 2017. Die österreichische Komödie entstand unter der Regie von Arman T. Riahi. Rahoma entwickelte gemeinsam mit Riahi und Aleksandar Petrović ursprünglich die Idee für die Fernsehserie „Neue Wiener“. Nachdem die Produktionsfirma insolvent geworden war, wurde das Konzept zu einem Kinofilm weiterentwickelt.
In „Die Migrantigen“ spielt Rahoma die Hauptfigur Benny beziehungsweise Omar. Gemeinsam mit Aleksandar Petrović bildet er das zentrale Darstellerduo des Films. Gleichzeitig war er gemeinsam mit Arman T. Riahi und Petrović am Drehbuch beteiligt.
Der Film verbindet gesellschaftliche Themen wie Migration, Vorurteile, Identität und mediale Darstellung mit schwarzem Humor und Satire. Bei seiner Premiere beim Filmfestival Max Ophüls Preis erhielt die Produktion den Publikumspreis.
Für das Drehbuch erhielt das Autorenteam 2018 eine Romy in der Kategorie „Bestes Buch Kinofilm“. Außerdem wurde das Drehbuch für den Österreichischen Filmpreis 2018 nominiert. Damit etablierte sich Rahoma nicht nur als Darsteller, sondern auch als erfolgreicher Autor für Film und Fernsehen.
Arbeit als Drehbuchautor und Autor
Die Tätigkeit als Schauspieler und Drehbuchautor ist bei ihm eng miteinander verbunden. Gerade „Die Migrantigen“ zeigt, wie Rahoma seine Erfahrungen vor der Kamera mit kreativer Arbeit hinter den Kulissen kombinieren konnte.
Auch die Bühnenfassung des Films entstand unter Mitwirkung des ursprünglichen Autorenteams. Die Theaterfassung von „Die Migrantigen“ wurde 2019 an den Wiener Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt uraufgeführt.
Darüber hinaus wird Rahoma in Branchenangaben auch als Autor weiterer Fernseh- und Dokumentarprojekte geführt. IMDb nennt unter seinen Autorenarbeiten unter anderem „Schrille Nacht“ und eine Folge von „DOKeins“.
Fernsehen, ORF und journalistische Tätigkeit
Neben Film und Theater entwickelte sich das Fernsehen zu einem weiteren wichtigen Arbeitsfeld. Seit 2005 ist Rahoma für den ORF als Journalist und Moderator tätig. Im Laufe der Jahre arbeitete er an unterschiedlichen Formaten mit, darunter „Sendung ohne Namen“, „wie bitte?“, „Heimat, fremde Heimat“, „Konkret“, „Heute konkret“ und „Weltjournal“.
Besonders interessant ist dabei seine Arbeit für „DOKeins“. Der Bühnenverlag beschreibt ihn als Moderator der ORF-1-Doku-Schiene und nennt unter anderem seine dokumentarische Arbeit an „Das Mekka Business“. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem ORF produziert und europaweit ausgestrahlt.
Diese journalistische Seite ergänzt sein Profil als Schauspieler und Drehbuchautor. Er ist damit nicht ausschließlich auf eine bestimmte Rolle innerhalb der Medienbranche festgelegt.
Weitere bekannte Rollen
Auch nach dem Erfolg von „Die Migrantigen“ blieb Rahoma regelmäßig in österreichischen Film- und Fernsehproduktionen präsent. Zu seiner Filmografie zählen unter anderem „Love Machine“, „Fuchs im Bau“ und „Schrille Nacht“. Im Fernsehen war er beispielsweise in „Tatort“, „CopStories“ und „Vorstadtweiber“ zu sehen.
In der fünften Staffel von „Vorstadtweiber“ verkörperte er den Friseur Raoul. Später folgten weitere Arbeiten, darunter die Fernsehproduktionen „Bis in die Seele ist mir kalt“ und „Ewig Dein“.
Auch international blieb der Künstler aktiv. Laut Bühnenverlag spielte er 2018 neben der ägyptischen Schauspielerin Haifa Wehbe in der TV-Serie „Laanet Karma“.
Theater und internationale Bühnenprojekte
Die Bühne hat in seiner Laufbahn einen besonderen Stellenwert. Neben seinen frühen Auftritten arbeitete Rahoma seit 2007 mit dem österreichisch-französisch-belgischen Künstlerkollektiv Superamas zusammen. Mit gemeinsamen Produktionen tourte er durch Europa und Nordamerika.
2011 war er außerdem in der deutschsprachigen Erstaufführung von Paul Schraders „Cleopatra Club“ am stadtTheater walfischgasse in Wien zu sehen. Diese Theaterarbeit zeigt, dass sein künstlerisches Spektrum weit über klassische Filmrollen hinausgeht.
Auszeichnungen und Anerkennung
Zu den wichtigsten Auszeichnungen zählt die Romy aus dem Jahr 2018 für das beste Buch eines Kinofilms. Im selben Jahr war das Drehbuch von „Die Migrantigen“ für den Österreichischen Filmpreis nominiert. 2023 erhielt Rahoma zudem eine Romy-Nominierung als beliebtester Schauspieler Serie/Reihe für „Schrille Nacht“.
Eine weitere bedeutende Anerkennung folgte 2024 mit dem Robert-Hochner-Preis. Damit wurde auch seine journalistische Arbeit gewürdigt. Seine Karriere zeigt somit eine seltene Verbindung zwischen Schauspiel, Drehbucharbeit und Journalismus.
Privatleben: Ehefrau und Kinder
Über das Privatleben des Künstlers sind öffentlich deutlich weniger verlässliche Informationen verfügbar als über seine berufliche Laufbahn. Belastbare Quellen konzentrieren sich vor allem auf seine Herkunft, Ausbildung, Filmografie und journalistische Tätigkeit.
Angaben zu einer Ehefrau, festen Partnerschaft oder Kindern sollten deshalb nicht als gesicherte Tatsachen dargestellt werden, sofern keine verlässliche öffentliche Quelle dafür vorliegt. Auch zu seinem privaten Vermögen gibt es keine belastbaren offiziellen Angaben. Für einen seriösen biografischen Artikel ist es sinnvoll, Spekulationen aus nicht überprüfbaren Quellen nicht als Fakten zu übernehmen.
Fazit
Faris Endris Rahoma steht für eine vielseitige österreichische Medienkarriere, die bereits auf der Theaterbühne begann und ihn über internationale Filmproduktionen bis zum ORF führte. Als Schauspieler und Drehbuchautor konnte er insbesondere mit „Die Migrantigen“ einen wichtigen Erfolg feiern, während seine journalistische und dokumentarische Arbeit eine weitere Seite seines kreativen Profils zeigt. Für Leserinnen und Leser in Österreich bleibt seine Laufbahn deshalb besonders interessant, weil sie Film, Theater, Fernsehen und gesellschaftlich relevante Themen miteinander verbindet. Weitere gut recherchierte Porträts österreichischer Persönlichkeiten finden Sie auch auf Nachrichten Zen.



