Alina Zellhofer – Die Stimme des österreichischen Sportjournalismus
Wenn man in Österreich an Sportjournalismus denkt, kommt man an einem Namen nicht vorbei: Alina Zellhofer. Die gebürtige Linzerin hat sich in den letzten mehr als zehn Jahren beim ORF als eine der profiliertesten und beliebtesten Sportmoderatoren des Landes etabliert. Mit ihrer natürlichen Ausstrahlung, fachlichen Tiefe und bemerkenswerten Vielseitigkeit hat sie nicht nur das Publikum gewonnen, sondern auch die Fachwelt – fünfmal wurde sie zur Sportjournalistin des Jahres gekürt. Doch wie wurde Alina Zellhofer zu dem Gesicht, das Millionen Österreicherinnen und Österreicher durch Fußball-Weltmeisterschaften, Olympische Spiele und Ski-Weltcup-Übertragungen begleitet?
Wurzeln in Linz: Zwischen Klavier, Bühne und Sport
Alina Zellhofer wurde am 31. März 1987 in Linz geboren und wuchs in einem Umfeld auf, in dem Sport und Bildung gleichermaßen großgeschrieben wurden. Ihr Vater, Georg Zellhofer, war ein bekannter Profifußballer und später erfolgreicher Trainer und Sportdirektor in der österreichischen Bundesliga. Ihr Bruder Alexander Zellhofer schlug denselben Weg ein und ist ebenfalls als Fußballtrainer tätig. Sport war in der Familie Zellhofer also keine Freizeitbeschäftigung – er war Lebensinhalt.
Doch die junge Alina war weit mehr als nur die Tochter eines Fußballers. Bereits in der Schulzeit zeigte sich ihre ausgeprägte Leidenschaft für Kommunikation und Selbstausdruck. „Schüchtern war ich nie”, erinnert sie sich lachend. Sie spielte Klavier, engagierte sich in Tanz- und Schauspiel-AGs, sang im Chor und liebte alles, was ihr die Möglichkeit gab, kreativ zu sein und vor Publikum zu stehen. Dieser natürliche Drang zur Bühne sollte sich später als entscheidende Grundlage ihrer journalistischen Karriere erweisen. „Diesen Drang auf die Bühne und des persönlichen Ausdrucks lebe ich jetzt in der Sportberichterstattung aus”, sagt sie heute.
Schule und Bildung hatten in ihrer Familie „oberste Priorität”. Ihre Eltern legten großen Wert auf eine fundierte Ausbildung – und Alina Zellhofer erfüllte diese Erwartungen mit Bravour. Eine gute Schülerin, wie sie selbst sagt, die jedoch nie auf ihr soziales Leben verzichtete. Drei enge Freundinnen aus der Gymnasiumszeit begleiten sie bis heute durchs Leben – eine Verbindung, die auch die Karrierejahre in Wien überdauert hat.
Der Weg nach Wien: Journalismus und Medienmanagement
Nach der Matura zog es Alina Zellhofer nach Wien. Dort schrieb sie sich an der Fachhochschule Wien für das Studium „Journalismus und Medienmanagement” ein – eine Entscheidung, die ihren beruflichen Lebensweg klar definieren sollte. Bereits während der Schulzeit hatte sie erste praktische Erfahrungen bei Radio Oberösterreich und lokalen TV-Sendern gesammelt, doch das Studium ermöglichte ihr eine systematische Vertiefung ihres handwerklichen Rüstzeugs.
Parallel zum Studium absolvierte Zellhofer Praktika beim Österreichischen Fußballbund (ÖFB) und in der ORF-TV-Sportredaktion – und erkannte dabei, dass genau hier ihre Berufung lag: an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Sport. Ihre Diplomarbeit schrieb sie über die Sportberichterstattung des ORF – ein klares Zeichen, wohin die Reise gehen sollte.
Internationale Erfahrungen rundeten ihre Ausbildung ab. Sie absolvierte mehrmonatige Auslandsaufenthalte an der Universität Vancouver in Kanada sowie beim ZDF in Berlin – zwei prägende Stationen, die ihr Blick auf Medien, Sportjournalismus und professionelles Moderieren erheblich erweiterten. Der Blick über den Tellerrand, das Kennenlernen unterschiedlicher Redaktionskulturen und journalistischer Standards – all das floss später in ihre Arbeit beim ORF ein.
Der Einstieg beim ORF: Ein Traum wird Wirklichkeit
Nach dem Studium trat Alina Zellhofer zunächst eine Stelle im aktuellen Dienst im ORF-Landesstudio Linz an, wo sie von 2010 bis 2012 arbeitete – hauptsächlich für Radio Oberösterreich. Doch ihr eigentliches Ziel war die TV-Sportredaktion in Wien. Und dieses Ziel erreichte sie im April 2012.
„Das war endlich der Moment, in dem es mit dem Job und der Aufgabenstellung geklappt hat, die ich mir schon sehr lange davor gewünscht habe”, erinnert sich Zellhofer. Für sie war der Beginn der Fixanstellung in der ORF-Sportredaktion eine Art „Heimkommen” – nicht nur, weil sie dort schon ihr Pflichtpraktikum absolviert hatte, sondern weil es genau der Platz war, den sie sich jahrelang erarbeitet hatte.
Seit 2012 ist Alina Zellhofer festes Mitglied der ORF-TV-Sportredaktion in Wien. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Fußball, Ski alpin, Snowboard und der aktuellen Kurzberichterstattung. Sie ist nicht nur Moderatorin im Studio, sondern auch Redakteurin – eine Kombination, die zeigt, dass ihr Engagement weit über das bloße Sprechen vor der Kamera hinausgeht.
Meilensteine: Von Rio bis zur „Sport am Sonntag”
Alina Zellhofers Karriere beim ORF ist reich an Höhepunkten. Als Moderatorin des Fußball-EM-Studios bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich bewies sie, dass sie auch unter internationalem Druck und in hochkarätigen Live-Formaten zu Hause ist. Dasselbe gilt für ihren Einsatz im Olympia-Studio in Rio de Janeiro 2016 – ein Erlebnis, das sie als journalistisch besonders prägend beschreibt.
Doch der symbolisch bedeutsamste Moment ihrer Karriere kam im September 2018: Alina Zellhofer präsentierte als erste Frau in der Geschichte der traditionsreichen ORF-Sendung „Sport am Sonntag”. Eine Sendung, die seit Jahrzehnten als Institution im österreichischen Sportjournalismus gilt – und die nun erstmals eine weibliche Moderatorin hatte. Dieser Schritt war mehr als eine persönliche Karrieremilestone: Er war ein sichtbares Zeichen für die Öffnung des österreichischen Sportjournalismus gegenüber Frauen in führenden Moderationsrollen.
Neben „Sport am Sonntag” ist sie regelmäßig in Formaten wie „Sport aktuell”, „Sport20″ auf ORF Sport+ und zahlreichen Sondersendungen zu sehen. Ihre Stärke liegt in der klaren Analyse, professionellen Interviewführung und verständlichen Aufbereitung komplexer sportlicher Inhalte – Qualitäten, die ihr Publikum gleichermaßen schätzt wie die Fachjury.
Auch im Ski alpin und beim Snowboard hat sie sich als kompetente Reporterin etabliert. Als Field-Reporterin bei Olympischen Winterspielen in Sotschi war sie hautnah dabei, wenn österreichische Athletinnen und Athleten um Medaillen kämpften.
Auszeichnungen: Fünfmal Sportjournalistin des Jahres
Der vielleicht deutlichste Beweis für Alina Zellhofers herausragende Arbeit sind die Auszeichnungen, die sie im Laufe ihrer Karriere gesammelt hat. In den Jahren 2018, 2019, 2020, 2022 und 2024 wurde sie jeweils zur Sportjournalistin des Jahres in Österreich gewählt – eine Auszeichnung, die vom Branchenmagazin „Österreichs Journalist:in” auf Basis einer Fachjury vergeben wird.
Die Begründung der Jury bei der Wahl 2022 brachte es auf den Punkt: „Fachkompetent, unterhaltend, prima.” Knapper und treffender lässt sich Alina Zellhofers journalistischer Stil kaum beschreiben.
Dazu kommen zwei Romy-Auszeichnungen – Österreichs renommiertester TV-Publikumspreis – in der Kategorie Sport, und zwar 2019 und 2022. Die Romy ist besonders bedeutsam, weil sie auf einem Zuschauervotum basiert: Das österreichische Publikum hat Alina Zellhofer gleich zweimal zu seiner liebsten Sportjournalistin gewählt.
Bei der Wahl der „Journalistinnen und Journalisten des Jahres 2024″ wurde Alina Zellhofer erneut in ihrer Kategorie geehrt – als Teil eines bemerkenswerten ORF-Ensembles, das den Sender zur Redaktion des Jahres machte. Gemeinsam mit Armin Wolf, Martin Thür, Peter Klien, Lisa Gadenstätter und Stefan Lenglinger repräsentiert sie das journalistische Aushängeschild des österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Moderatorin, Redakteurin, Botschafterin
Alina Zellhofer ist mehr als eine Fernsehmoderatorin. Auf ihrer eigenen Website bietet sie neben ORF-Einsätzen auch externe Moderationsleistungen an – von Jahresabschlussfeiern und Gala-Abenden über Podiumsdiskussionen bis hin zu Showbühnen-Auftritten. Zu ihren Kunden zählen u.a. die Österreichische Fußball-Bundesliga, das Österreichische Olympische Comité und die Bundesport-Akademie Linz.
Darüber hinaus ist sie als Botschafterin für verschiedene Initiativen tätig und engagiert sich im Bereich Coaching – ein weiterer Beweis dafür, dass ihre Leidenschaft für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung weit über das TV-Studio hinausreicht.
Ihre Eigenschaften, wie sie sie selbst beschreibt: viel Live-Erfahrung, ein erfrischendes und natürliches Auftreten, schnelle Auffassungsgabe, Offenheit gegenüber Gesprächspartnern und eine gewissenhafte Vorbereitung. Hobbys: Laufen, Reisen, gutes Essen und Musik – Eigenschaften, die sie auch abseits der Kamera als bodenständige, neugierige Persönlichkeit zeigen.
Eine Pionierin im österreichischen Sportjournalismus
Was Alina Zellhofers Karriere so bemerkenswert macht, ist nicht nur die schiere Zahl an Auszeichnungen oder die Qualität ihrer Arbeit – es ist die Tatsache, dass sie in einer Branche, die lange von männlichen Moderatoren dominiert wurde, beständig Maßstäbe gesetzt hat. Als erste Frau bei „Sport am Sonntag” hat sie eine unsichtbare Grenze durchbrochen und damit den Weg für künftige Generationen von Sportjournalistinnen geebnet.
Ihr Aufstieg zeigt, dass fundierte Ausbildung, internationale Erfahrung, unermüdlicher Einsatz und authentisches Auftreten die entscheidenden Zutaten für eine erfolgreiche Karriere im österreichischen Journalismus sind. Sie ist nicht aufgestiegen, weil sie die Tochter eines bekannten Fußballers ist – sie hat sich jeden Schritt verdient.
Fazit: Eine Journalistin, die bleibt
Alina Zellhofer ist heute, mit über einem Jahrzehnt Erfahrung bei der ORF-Sportredaktion, weit mehr als eine Moderatorin. Sie ist eine Institution. Ihre Arbeit bei Olympischen Spielen, Fußball-Weltmeisterschaften, Ski-Weltcups und in täglichen Sportformaten hat sie zu einem unverzichtbaren Teil des österreichischen Mediensystems gemacht.
Fünfmalige Sportjournalistin des Jahres, zweifache Romy-Preisträgerin, erste Frau bei „Sport am Sonntag” – die Liste der Erfolge spricht für sich. Und doch wirkt Alina Zellhofer in Interviews und auf der Bühne nie selbstgefällig oder abgehoben. Sie ist die Frau geblieben, die aus Leidenschaft zum Sport zum Journalismus kam – und die diesen Beruf mit derselben Begeisterung ausübt wie am ersten Tag.
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